"Nehmt eure Zukunft in die Hand"

Über 350 Gymnasiasten aus der Region informierten sich bei der Berufs- und Studienmesse "horizont" am Wilhelm-Diess-Gymnasium

"Eine bessere Präsentationsplattform gibt es für unsere Zwecke nicht." Das sagt Hauptfeldwebel Rainer Herrmann von der Deggendorfer Bundeswehr über die Berufs- und Studienmesse "horizont" am Wilhelm-Diess-Gymnasium (WDG). Der Karriereberater ist zum dritten Mal bei der mittlerweile sechsten Auflage der Messe vertreten. Er mag, was alle anderen auch gut finden: Die Schülerinnen und Schüler können gezielt die Info-Stände in der Aula und verschiedene Vorträge in den Klassenzimmern ansteuern, die sie interessieren, alles ist gut durchorganisiert, innerhalb eines Nachmittags lässt sich ein kompaktes Info-Paket zusammenstellen.



Mehr als 350 Oberstufenschüler vom WDG, dem Leopoldinum Passau und dem Tassilo-Gymnasium Simbach haben sich gestern Nachmittag bei der "horizont" über Beruf und Studium informiert. 45 Betriebe und Hochschulen präsentierten sich. Mit Behörden, Banken, Universitäten und Fachhochschulen, Gastronomie und nahezu allen großen regionalen Industriebetrieben war ein breites Spektrum geboten.

Von Anfang an hat Oberstufenkoordinator Tobias Kriegl die Berufs- und Studienmesse organisiert, unterstützt von seinem Kollegen Michael Staudinger. Das Muster habe sich bewährt, für viele Betriebe sei die "horizont" ein fester Termin im Kalender, sie sei "im Prinzip ein Selbstläufer", weiß Kriegl. Indes sei ein solches Angebot wichtiger denn je, zumal "der Fachkräftemangel bei uns im Rottal angekommen ist".

Auch Schulleiter Martin Thalhammer thematisierte den Fachkräftemangel in der Region. "Nehmt eure Zukunft in die Hand und nutzt eure Aussichten in Niederbayern", wandte er sich in seiner Eröffnungsrede an die Schüler. Stellvertretender Landrat Raimund Kneidinger betonte in seinem Grußwort, dass die Region junge Leute brauche, die sich engagieren wollen. "Strebt in die Welt hinaus, macht gute Ausbildungen und kehrt wieder in den Landkreis Passau zurück", appellierte er an die jungen Zuhörer.
 
Pockings 2. Bürgermeisterin Rosemarie Freudenstein freute sich, dass auf der Pockinger Berufs- und Studienmesse "ein vielfältiges Netzwerk gewoben wird". Sie lobte das Engagement des WDG, das mit der "horizont" wichtige Entscheidungshilfen gebe.

Für WDG-Schülersprecherin Antonia Bauer aus der Q11 ist die Messe "eine gute Sache". Dass die Präsentation an der eigenen Schule über die Bühne geht, findet die junge Pockingerin "sehr cool". Nach einem Betriebspraktikum und dem Besuch der "horizont" im letzten Jahr hat die 16-Jährige schon konkrete Vorstellungen. Ihre Favoriten waren gestern die Tische der Unis Regensburg und Linz sowie der Bundeswehr-Stand. Nach ihrem Praktikum im Zentrum Welterbe Bamberg ist Antonia bewusst geworden, dass sie "nicht so viel Zeit am Computer, sondern mehr mit Menschen verbringen möchte". Psychologie, Medizin oder Jura kann sie sich als Studienfächer vorstellen. Und da war es sehr praktisch, dass sie mit Hauptfeldwebel Rainer Herrmann über die Möglichkeit des Medizinstudiums bei der Bundeswehr sprechen konnte.



Julius Strangmüller, ebenfalls Schülersprecher aus der Q11, konnte sich gestern "schwer vorstellen, den perfekten Betrieb an einem solchen Tag zu finden". Aber das sei ja auch nicht das erklärte Ziel. Orientierungshilfen seien schon mal gut. Der 17-Jährige hat die "ungefähre Vorstellung" von einem Studium im Bereich Maschinenbau, nachdem ihm ein Praktikum bei einer Passauer Maschinenbaufirma im letzten Jahr zugesagt hat. Für Julius war klar, dass ihm die nachmittägliche Messe lediglich Anregungen für die lebenswichtige Berufsentscheidung bieten konnte. Er wusste aber auch, dass es bei einigen Schülern bei der "horizont" ins Eingemachte geht. Bis hin zur Entscheidung. "Ein Freund hat im letzten Jahr den für ihn idealen Betrieb gefunden", erzählte er während des Rundgangs.
       

Febr. 2017 / PNP von Carmen Keller

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aktualisiert: 04.05.2017