Unser Trinkwasser in Gegenwart und Zukunft

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Die Geographiekurse der Q11 des WDG zu Besuch beim Zweckverband Ruhstorfer Gruppe

129 Liter Wasser verbraucht jeder von uns im Durchschnitt täglich! – „Wofür wird diese Menge benötigt?“ – und vor allem „Woher kommt das Wasser, das zuverlässig an 365 Tagen täglich 24 Stunden lang ganz selbstverständlich aus dem Wasserhahn fließt?“ Diesen Fragen wollten die künftigen Abiturienten des WDG zusammen mit ihren Geographielehrern StDin Regina Scheuer und OStR Harald Grünwald nachgehen.

Auf Einladung des Zweckverbandes Ruhstorfer Gruppe, machten sich die Gymnasiasten auf in das Maschinenhaus Hart – das sogenannte „Herz der Wasserversorgung“ des Pockinger Raumes. Dort erwarteten sie bereits Werkleiter Armin Bauer und Wassermeister Alexander Hutterer. In einem Einführungsvortrag wird schnell klar, dass Aufbau, Organisation und zuverlässige Funktion eines Wasserversorgungsbetriebs eine ziemlich komplexe Angelegenheit darstellen. Zunächst gewinnen die Elftkläßler einen theoretischen Überblick über Grundwasserkörper, Brunnen, Leitungsnetz, Pumpwerk, Wasserschutzgebiete, Hochbehälter und die Betriebsstruktur des Zweckverbandes. Auch der veränderte Wasserbedarf in Corona-Zeiten sowie die Auswirkungen des Klimawandels auf den lokalen Grundwasserkörper wurden thematisiert.

Auf großes Interesse stießen die Exponate der angrenzenden Ausstellungsräume, wie z.B. eine alte Holzleitung aus Bad Griesbach und eine durch Wurzelwachstum geborstene Wasserleitung. Danach ging es in die beeindruckende technische Abteilung des Hauptpumpwerkes, hinab zu den 3 Druckpumpen, die täglich 6000 bis 7500 m³ Wasser durch das weit verzweigte Leitungsnetz befördern.

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Als nächsten Programmpunkt steuerte die Gruppe das Wasserschutzgebiet Osterholzen mit der Aufbereitungsanlage an. Biologisch, physikalisch und mechanisch wird das Grundwasser aufbereitet – ohne Chemikalien – mit flüssigem Sauerstoff und Bakterien. Vor Ort konnte jeder die Einteilung des Wasserschutzgebietes in Zone 1 (eingezäunt) Zone 2 (50 Tage- Prinzip) und Zone 3 in Augenschein nehmen. In letzterer ist die Kooperation zwischen Landwirtschaft und Wasserversorgungunternehmen unverzichtbar.

Den Abschluss der knapp 3-stündigen Exkursion bildete der Hochwasserbehälter Ruhstorf mit seinen beiden beeindruckenden, jeweils 1000 m³ fassenden, mit Edelstahl ausgekleideten Becken.

Nach einer Kostprobe des magnesium- und calciumhaltigen Wassers und vor dem Hintergrund des technischen und logistischen Aufwands überraschte der Preis von 1,14 € für einen Kubikmeter Wasser. Letztendlich waren sich alle darüber einig, dass unserem Trinkwasser sowohl in der Gegenwart und vor allem in der Zukunft eine neue Wertschätzung gebührt.

R. Scheuer, StDin